Screening - Tool - Vermeidende einschränkende Essstörung

Vorwort

⚠️Sicherheitshinweis:
Dieses Tool ersetzt keinen Arztbesuch und keine Behandlung. Die Nutzung erfolgt auf eigenes Risiko. Medizinisch relevante Entscheidungen müssen immer mit Fachpersonal abgestimmt werden. Diese Essstörung kann stark vom Umfeld abhängig sein: In einer Klinik oder in einem Restaurant kann essen deutlich schwerer oder deutlich einfacher sein. Die Person kann das möglicherweise anhand eines Speiseplans selbstständig ungefähr einshätzen, sollte sich vorher in einem Aufnahmegespräch darüber informieren, was es dort zu Essen gibt. Auch wenn es lecker klingt, kann das Essen dann wenn es tatsächlich vor einem liegt, schwer fallen, da es anders als erwartet aussieht, riecht, schmeckt, man nicht weiß was genau alles drinnen ist, es bestimmte oder unerwartete Zutaten enthält, man nicht gerne beim Essen beobachtet wird, unangenehme Menschen im Raum sind oder man negativen Stress hat(te).

Umgangssprachlich: Selektive Essstörung
Offizieller Begriff: Vermeidende einschränkende Essstörung
Englische Abkürzung: ARFID
Englische Bezeichnung: Avoidant restrictive food intake disorder
Babys- und Kleinkinder: Bei Babys und Kleinkinder wird es häufig nicht Essstörung sondern als Nahrungsaufnahmestörung oder umgangssprachlich Fütterstörung genannt

Dieses Screeningtool darf von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen (z. B. Ärztinnen/Ärzten, Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapie, Beratung, Ernährungsmedizin) zur orientierenden Einschätzung ausgedruckt oder verwendet werden. Es stellt kein Diagnoseinstrument dar und ersetzt keine klinische Untersuchung oder medizinische Diagnostik. Die Nutzung zu orientierenden Zwecken im klinischen oder beratenden Kontext ist kostenfrei gestattet.

Dieses Tool sammelt und speichert keine Daten. Es werden keine Daten an einen Server gesendet - die Berechnung erfolgt durch den Webbrowser auf dem eigenen Gerät und kann demnach sogar mit getrennter Internetverbindung erfolgen. Die Lizenz der Webseite (creativecommons) ist in der Fußzeile der Webseite angegeben.

How To: Zutaten auswählen

💡 Essen besteht aus mehreren Bausteinen, die im Körper unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Meist fühlt sich der Körper und die Gefühls- und Bindungswelt stabiler, gesünder und energiereicher an, wenn mehrere davon zu jeder Mahlzeit gegessen werden.

  • 🧩 Proteine – unterstützen Muskeln, Enzyme und Reparaturprozesse; es gibt pflanzliche Proteine in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und Soja
  • 🧩 Getreideprodukte (vorzugsweise Vollkorn) – liefern Energie, Ballaststoffe, B-Vitamine und Mineralstoffe
  • 🧩 Gemüse und Gemüsesäfte – Mineralstoffe, Ballaststoffe, Schutzstoffe, unterstützen Immunsystem und Verdauung
  • 🧩 Obst – Vitamine, etwas Energie und Flüssigkeit, reich an Antioxidantien
  • 🧩 Molkereiprodukte - Liefern Proteine, Fette und Mikronährstoffe; es gibt pflanzliche Alternativen wie z.B. Kokosmilch, Hafermilch oder Sojamilch. Man sollte bei veganer Ernährung auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin-B12-Aufnahme achten

💡 Zur Orientierung:
Mahlzeiten enthalten oft 3–4 dieser Bausteine, Snacks meist 1–2. Das ist kein Anspruch, sondern ein Referenzrahmen.

🧿 Wenn Essen anstrengend oder eingeschränkt ist, liegt das nicht an fehlender Disziplin. Diese Übersicht dient dem Einordnen, nicht dem Bewerten.

Zusätzlich dazu, kann man die Ernährung durch folgendes ergänzen:

  • 🧩 Fette / Öle - gesunde pflanzliche Fette (Nüsse, Samen, Avocado, pflanzliche Öle) sind gut für Gehirn, Zellen und fettlösliche Vitamine
  • 🧩 Flüssigkeit - Wasser und ungesüßte Getränke, für alle Stoffwechselprozesse entscheidend
  • 🧩 Verdünnte (zuckerreduzierte) Säfte, Proteinpulver/-riegel und Nahrungsergänzungsmittel / Supplemente - Helfen eine ausreichende Nährstoffaufnahme zu erzielen
  • 🧩 Mahlzeitersatzprodukte - Notfallnahrung, falls man eine Mahlzeit auslässt, unterwegs ist oder kaum was isst oder zu schlapp/krank/schwindelig ist, um essen zu machen oder zu essen

Was ist eine vermeidende einschränkende Essstörung?

💡Vermeidende einschränkende Essstörung besteht häufig aus mehreren Komponenten:

  • Fehlendes Interesse
  • Eingeschränkte Nahrungsaufnahme
  • Sensorische Empfindlichkeit
  • Angst vorm Essen
  • Neue Esssituationen und Lebensmittel sind unangenehm
  • Folgen des Essverhaltens
  • Traumatrigger
  • Umweltfaktoren

💡Zusätzlich dazu können noch weitere Probleme getrennt bestehen:

  • Fremdbestimmung löst Stress / Angst / Wut aus
  • Negativer Stress vor allem Essstress (z.B. Fremdbestimmung oder Zwang oder Streit am Esstisch) kann bei manchen Personen Rückschritte oder verlangsamte Heilung auslösen
  • Essen mit anderen zusammen ist problematisch oder unangenehm
  • Lebensmittelphobien können zusätzlich auftreten
  • Gedächtnisprobleme wegen Stressüberlastung (z.B. themenbezogenen Amnesie)
  • Hypnophobie: Angst, dass in der Therapie Hypnose benutzt wird (z.B. wegen schlechten Erfahrungen)
  • Dysfunktionale Familie / Hoher ACE-score können Essprobleme verstärken oder sogar manifestieren
  • Grobe Therapeuten oder grobe Familie
  • Bei Kleinkindern: Elternteil ignoriert Geschrei oder reagiert negativ darauf

Bei Babys und Kleinkindern:

  • Sensibler in vielen Bereichen
  • Neophobie ist häufig
  • Wahrnehmung ist noch in der Entwicklung
  • Alle Kleinkinder sind sensorisch sehr empfindlich
  • Stressfreie Bindungssicherheit ist sehr wichtig
  • Viele andere medizinische / altersspezifische Ursachen sind möglich
  • Trennung zwischen:
    • entwicklungsbedingt (normal)
    • auffällig
    • klinisch relevant
    • sensorisch bedingt (z.B. eklige(r)/(s Geruch, Geschmack, Aussehen, Textur oder Mundgefühl)
    • medizinisch abzuklären

🎯 Ausschlusskriterien

🎯 Fehlendes Interesse am Essen und an der Nahrung

🎯 Eingeschränkte Nahrungsaufnahme

🎯 Sensorische Empfindlichkeit

🎯 Angst vorm Essen

🎯 Umgang mit neuen Lebensmitteln und neuen Gerichten

🎯 Traumatische Trigger und Stressfaktoren

🎯 Resultierende Probleme

🎯 Zusatzbelastungen / Umweltfaktoren

📋 Auswertung

📈 Visualisierung der Subscores

📱 Kontakt und Hilfe

  • TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenfrei, anonym, 24/7)
  • Nummer gegen Kummer (Kinder/Jugendliche): 116 111
  • Deutsche Depressionshilfe: 0800 33 44 533
  • Spezialberatung: Suchen Sie sich einen Therapeuten oder Berater in Ihrer Nähe

Diese Kontakte können bei akuten Krisen oder psychischen Belastungen Unterstützung bieten.

Notfallnahrung

Wozu eignet sich Notfallnahrung?

Notfallnahrung eignet sich, falls man...

  • ... unterwegs oder zu Besuch ist und dort nicht essen kann oder möchte.
  • ... zu müde oder schlapp zum Kochen ist oder nicht kochen kann oder darf.
  • ... nachts hungrig ist.
  • ... Schwierigkeiten hat, genug Nährstoffe aufzunehmen, die sehr viele Nährstoffe betreffen.
  • ... nicht weiß, was man essen / kochen kann (Blackout)
  • ... aktuell keinen Strom oder keinen Herd nutzen kann.
  • ... einen anstrengenden Tag hat(te).
  • ... nicht genug Geld für eine gesunde ausgewogene Ernährung hat und damit ab und zu eine Mahlzeit ersetzt.
  • ... aus anderen Gründen einen gesunden Mahlzeitersatz oder Snack für Zwischendurch sucht.

Ein gesundes und günstiges Beispiel für Notfallnahrung ist Plenny Shake. Es ist geschmacklich lecker, solange man es nicht zu lange aufbewahrt und man kann den Becher mit groben Siebeinsatz solange schütteln, bis nichts mehr am Boden festklebt, sodass der Becher zum Shake einfach zu reinigen ist. Es enthält eine sehr gute Menge an Nährstoffen und es gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Man kann es nur online bestellen. Dafür ist es jedoch billiger als die Supermarktshakes. Außerdem ist es vegan. Stand: 28.01.2026